Neue Roaming-Preise für Daten und Telefonie plus Tipps zum Urlaub mit dem Smartphone

14.06.2013 14:31
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(C) Moyan Brenn, Lizenz: CC-BY

Der große Jahresurlaub steht vor der Tür und bei den meisten Android-Usern wird das Handy mit im Gepäck liegen. Geben Sie aber acht! Nach wie vor sind Gespräche und Datenverbindungen mit einer deutschen SIM-Karte im Ausland ein teures Vergnügen. Bleiben Sie im Urlaub jedoch innerhalb Europas können Sie sich freuen, die Preise sinken aufgrund einer Verordnung des EU-Ministerrat auch dieses Jahr wieder.

Während wir im Inland durch Flatrates für Gespräche und Daten sorglos jeder das Internet über Smartphone und Tablet nutzen können, müssen Sie im Urlaub aufpassen. Seit August 2007 gelten zwar für die alle Mobilfunkanbieter Europas einheitliche Obergrenzen, doch diese liegen deutlich über den Preisen, die wir vom heimischen Markt gewöhnt sind.

Beginnend zum 01.07.2013 gelten neue Roaming-Preise im europäischen Ausland. Besonders deutlich wirken sich die Änderungen beim Daten-Roaming aus. Die Kosten dafür sinken von 70 auf 45 Cent/MByte. Die Abrechnung der Datennutzung der Datenleitung erfolgt dabei auf den KByte genau.

Doch mobiles Internet im Ausland bleibt teuer, wer sein Handy im EU-Ausland so nutzen würde wie Zuhause (ausgehend von einem kleinen Volumen-Paket mit 300 MByte) müsste so in einem Monat mit bis zu 135 Euro an Kosten rechnen. Ein teures Vergnügen, besonders da ein Urlaub sowieso ein großes Loch ins Girokonto reißt.

  Seit 2012 Ab Juli 2013 Ab Juli 2014
Abgehende Telefonate (Cent/Minute) 29 24 19
Eingehende Telefonate (Cent/Minute) 8 7 5
SMS innerhalb der EU (Cent/SMS) 9 8 6
Datennutzung (Cent/MByte) 70 45 20
* Alle Preise zzgl. der jeweiligen Mehrwertsteuer

Damit die Kosten nicht explodieren, ist eine Warnung vorgeschrieben, sobald Sie zu 80% an eine Kostenobergrenze von 50 Euro pro Monat herankommen. Überschreiten Sie diesen Betrag, wird die Internetverbindung nach Erreichen der Kostenobergrenze unterbrochen -- es sei denn Sie buchen weiteren Datentraffic hinzu. Die Notrufnummer 112 können Sie übrigens in jedem EU-Land kostenlos anrufen -- egal welche SIM-Karte gerade im Handy steckt.

Außerhalb der EU 

Geht Ihre Reise über die Grenzen der EU hinaus, sollten Sie sich bei Ihrem Anbieter über die fälligen Gebühren für Telefonate und Datenverbindungen informieren und -- wenn Sie kein spezielles Datenpaket dazubuchen -- die Einstellungen für Daten-Roaming doppelt und dreifach kontrollieren. Nur in Europa können Sie sich auf die vorgeschriebene Kostenbremse verlassen. 

Damit Sie keine böse Überraschung erleben, überprüfen Sie bitte vor Antritt Ihrer Auslandsreise, ob Daten-Roaming auch wirklich deaktiviert ist. Die entsprechende Option finden Sie in den Einstellungen unter Mehr... | Mobilfunknetze. Nur wenn der Haken bei Daten-Roaming gesetzt ist, aktiviert das Handy in einem fremden Netz seine Datenverbindung. Zur Sicherheit können Sie aber auch gleich über den Schalter Daten aktiviert die Datenleitung komplett kappen.

Überprüfen Sie vor dem Abflug, ob Datenroaming im Ausland deaktiviert ist.

Sollten Sie dennoch auch im Ausland nicht auf mobiles Internet verzichten möchten, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Daten-Roaming zu aktivieren. Ihre Kosten können Sie nur durch spezielle Auslands-Packs Ihres Mobilfunkanbieters reduzieren, oder Sie organisieren sich eine Prepaid-SIM-Karte Ihres Urlaubslandes, das wäre meist die günstigste Option.

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Ihr Androide so wenig Daten wie möglich ins Internet schickt, schließlich ist der Roaming-Traffic besonders teuer. Problematisch ist hier die permanente Synchronisation Ihrer Online-Konten. Zuhause ist die durchaus gewollt, schließlich möchten Sie umgehend über neue E-Mails oder Facebook-Nachrichten informiert werden, doch im Urlaub kann man darauf durchaus verzichten.

Unterbinden Sie die Übertragung von Daten im Hintergrund.

Das Synchronisieren lässt sich sehr bequem über die Einstellungen unter Datenverbrauch einschränken. Ist der Haken bei Hintergrunddaten beschränken gesetzt, wird der Stand von Apps wie Gmail oder Google+ nur dann aktualisiert, wenn Sie diese auch öffnen. Das Deaktivieren der Option Daten automatisch synchronisieren dient dazu auch noch anderen Apps wie Facebook, Twitter und Co. mit Einträgen in der Kontenverwaltung Einhalt zu gebieten.

Schränken Sie auch die Synchronisation von Online-Konten ein.

Diese Funktionen hat Google jedoch erst mit Android 4.0 eingeführt. Bei älteren Android-Geräten haben Sie daher nicht die Möglichkeit, so einfach den Verbrauch Ihres Datenvolumens durch im Hintergrund laufende Apps einzuschränken. Auf solchen Geräten können Sie mit dem Widget Energiesteuerung sehr schnell die Synchronisierung unterbrechen. Das Icon mit den zum Kreis gebogenen Pfeilen sorgt dafür. Allerdings betrifft dies nicht zwingend alle installierten Apps, wenn der Entwickler es so will, dann arbeiten diese dennoch im Hintergrund weiter.

Über die Energiesteuerung lässt sich das Synchronisieren Ihrer Daten einschränken.

Sollten Sie nicht alleine unterwegs sein, sondern mit Partner oder Freunden und per Tethering (via Einstellungen | Drahtlos & Netzwerke | Mehr... | Tethering & mobiler Hotspot) die Datenleitung eines Geräts mit denen Ihrer Reisegruppe teilen wollen, so sollten Sie beachten dass die per Tethering angebundenen Geräte eben im WLAN-Modus arbeiten -- und dementsprechend gnadenlos die Datenleitung in Anspruch nehmen. 

Wer etwa über das WLAN automatisch geschossene Bilder zu Dropbox oder Google+ hochlädt oder Google Currents und YouTube Offline-Daten ziehen lässt, macht dies auch automatisch über die via Tethering zustandegekommene Datenverbindung. Im Gegensatz zur Verbindung über WLAN fällt in diesem Fall das Datenvolumen jedoch durchaus ins Gewicht. Überprüfungen Sie daher die Einstellungen einschlägiger Apps (auch Facebook lädt auf Wunsch gleich Ihre Bilder ins Netz!).

Bildquelle für Aufmacher: Moyan Brenn auf Flickr, Lizenz: CC-BY


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