Im Test: World War Z -- Das Android-Spiel zum Film

02.07.2013 20:49

So schnell kann es gehen: Eben saßen Sie noch im Café und überlegten, ob Sie die Blondine oder die Rothaarige anbaggern sollen. Eine Sekunde später stürzt ein Flugzeug ins Gebäude und die Welt wird von Zombies überrannt.

Nach der Eröffnungsszene dann die erste Überraschung: Wenn Sie mit der Waffe auf die Zombies zielen, schießt Ihre Figur selbständig, sobald das Fadenkreuz über dem Zombie liegt. Ein weiteres Zombie-Spiel und dazu noch ein Shooter, bei dem Sie nicht einmal schießen dürfen. Kann das Spaß machen? Erstaunlicherweise ja. 

Der Schritt, den die Entwickler gegangen sind, war mutig, aber gleichzeitig nötig, um die Steuerung per Touchscreen zu entschlacken. Denn in einigen Arealen können Sie sich frei bewegen, indem Sie einfach auf den Boden tippen, und schon läuft Ihre Figur dahin, wo Sie es wünschen. 

Die Videosequenzen sind gut gemacht und tragen viel zur besonderen Atmosphäre bei.

In anderen Situationen übernimmt hingegen das Spiel die Kontrolle und richtet die Perspektive auf die herannahenden Zombies aus oder lässt geskriptete Momente aus der Ego-Perspektive geschehen. Das fühlt sich fast immer gekonnt cineastisch gelenkt und nur selten einschränkend an. Dem Spiel gelingt es irgendwie, mehr Kontrolle auszuüben und dennoch unterhaltsam zu sein. Und genau diese Kombination macht World War Z so besonders.

Kaum ist der Flieger gelandet, erscheinen auch schon die ersten Halbtoten auf dem Display.

 

Spannende Atmosphäre

Inhaltlich ist das Spiel nicht bahnbrechend, aber deutlich interessanter als viele andere Shooter im Google Play Store. Die Story orientiert sich an der Filmvorlage: Eine mysteriöse Infektion überschwemmt die Weltbevölkerung und lässt die Menschen zu Zombies werden. Der von Ihnen gesteuerte Protagonist will zu seinem Sohn, den er kurz zuvor noch am Telefon gesprochen hat. Also schlagen Sie sich durch Lagerhallen, Hinterhöfe und über Dächer, um den Zombies zu entkommen und Ihre Familie zu erreichen. Die Stimmung dabei ist sehr passend: Action-Momente wechseln sich immer wieder mit ruhigen Momenten ab, in denen Sie Munition einsammeln, Schubladen und Schränke durchsuchen oder sich erst einmal orientieren müssen. Manchmal erreicht die Stimmung und Atmosphäre fast das Niveau eines Half-Life 2, und das heißt schon einiges.

Und es werden immer mehr und mehr Zombies, gegen die Sie sich wehren müssen.

Ärgerlich wird es nur dann, wenn das Spiel einem einen kaum zu kontrollierenden Nahkampf aufzwängt. Dann soll man ausweichen statt seine Pistole benutzen und mit dem Brecheisen zuschlagen, doch irgendwie ist die Steuerung in solchen Augenblicken mehr als fragwürdig.

Der Nahkampf ist nicht jedermanns Geschmack. Versuchen Sie, ihn zu vermeiden.

In-App-Käufe gibt es zwar, absolut zwingend sind sie aber nicht. Sie verdienen zwar Gold im Spiel, das jedoch recht langsam, sodass der Drang, schneller an eine neue und bessere Waffe zu gelangen, spürbar anwächst. Dann entscheiden Sie, ob Sie sich das nötige Gold selbst verdienen wollen oder mit ein paar Cents nachlegen. Der Kaufpreis ist mit 2,99 Euro absolut angemessen.

Fazit

Abgesehen vom schwachen Nahkampf ist das Spiel eine gelungene Abwechslung im Shooter-Genre und zeigt vor allen Dingen, dass man mit etwas Kreativität eine deutlich einfachere Steuerung entwickeln kann. Es sind halt noch nicht alle Spieleentwickler im ,,Touchscreen-Modus`` angelangt. Beachten Sie vor dem Kauf, dass World War Z aktuell auf einigen Geräten noch für Abstürze sorgt. Das erklärt auch die relativ vielen 1-Stern-Bewertungen bei Google Play. In unseren Tests traten keine Crashes auf, deshalb gibt es von uns 5 Sterne.

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