CheapCast als Chromecast-Ersatz im Test

21.08.2013 15:17

Ob wir den Chromecast-Dongle hierzulande jemals zu kaufen bekommen, steht noch in den Sternen. Es gibt jedoch mit der App CheapCast eine recht einfache Möglichkeit, zumindest YouTube und Google Play Music im Chromecast-Stil zu benutzen. Wir haben die Möglichkeiten der App getestet.

Nachdem Google im Update-Posting zur neuen YouTube-Version explizit den Cast-Button und Chromecast und Google TV erwähnt, wollten wir mal ausprobieren, wie man den Button überhaupt nutzen kann. Mangels Google TV sind wir dann auf die Lösung mit CheapCast gestoßen. Dabei handelt es sich um eine App, die aus jedem Android-Gerät ein Pseudo-Chromecast-Gerät macht. Wer ein altes Android-Handy mit HDMI-Ausgang besitzt, kann dieses zum Beispiel an einem großen TV-Gerät anschließen und über ein zweites Handy Videos bei YouTube abspielen. Oder man schließt ein 70-Euro-Android-Handy an die Stereoanlage an, um dann die Musik via Google Play Music darauf zu steuern. Das dürften die praktischsten Einsatzszenarien sein, es gibt aber bestimmt auch noch weitere. Alternativ kann man auch aus dem Chrome-Browser heraus direkt Inhalte auf das Chromecast-Gerät streamen bzw. einen Windows oder Linux-Rechner als Chromecast-Server einrichten. Wie das funktioniert, erklärt diese sehr ausführliche Artikelserie von Günter Born auf borncity.de.

CheapCast gibt es bei Google Play gratis zum Download. Die App bekommt regelmäßig Updates (das letzte stammt vom 19. August) und ist aktuell benutzbar, wenn auch noch als Beta-Version gekennzeichnet. Zu den untersztützten Diensten gehören YouTube und Google Play Music. Nach der Installation und dem Start von CheapCast erscheint der Hauptdialog von CheapCast. Hier müssen Sie lediglich oben rechts auf Start Service tippen. Wenn Sie möchten, können Sie über Friendly name noch den angezeigten Namen des Geräts ändern. In der Grundeinstellung lautet dieser CheapCast_Android-Gerätename.

Die Einstellungen von CheapCast sind recht überschaubar. Oben rechts finden Sie die wichtigsten Buttons.

Starten Sie nun die YouTube-App oder Play Music auf einem beliebigen zweiten Andorid-Gerät im gleichen WLAN, dann erscheint oben neu der Cast-Button. (Bei der neuen YouTube-App erscheint sogar ein entsprechender Hinweis.) Ein Klick darauf, zeigt den Dialog Connect to device mit den verfügbaren Cast-Geräten an.

In der neuen YouTube-App erscheint automatisch dieser Hinweis, wenn sich Cast-fähige Geräte im Netz befinden.
Google Play Music mit einer aktiven Cast-Session (erkennbar am blauen Icon).

Tippen Sie hier einfach den gefundenen Eintrag an. Anschließend erscheint auf dem Chromecast-Server das Vollbild "Ready to listen" (Play Music) oder "Bereit zur Wiedergabe" bei YouTube. Starten Sie nun das Playback auf dem Client, Bild/Ton werden via CheapCast auf dem "Server" abgespielt.

Erscheint dieser Bildschirm auf dem "Server" dann können Sie die Wiedergabe starten.
Seit kurzem unterstützt CheapCast auch die Lautstärkeregelung.

Einschränkungen

Wie bei den meisten Streaming-Lösungen, die ursprünglich für Video konzipiert wurden, gibt es auch hier das Problem, dass das Display ständig aktiv sein muss. Haben Sie also ein Handy oder Tablet via HDMI an einen Fernseher angeschlossen und steuern das Ganze via Android-Handy, dann sind im Prinzip drei Geräte aktiv. Lediglich beim steuernden Client können Sie das Display auch machen. Das gilt leider auch für Audio-Dateien. Ohne aktives Display kein Sound.

Die Lautstärkeregelung hat in unseren Tests beim Nexus 4 mit Android 4.3 nicht (immer) funktioniert. Auf dem Galaxy Nexus mit Android 4.2 gab es jedoch keine Probleme.

In Google Play Music können Sie nur Songs aus Ihrer Sammlung streamen. Ausgenommen sind also zum Beispiel lokale Dateien, die Play Music nicht kennt. Diese Beschränkung liegt aber an Play Music, nicht an CheapCast. Theoretisch funktioniert CheapCast auch mit Google Play Movies, in der Praxis scheitert der Support aber an DRM-Mechanismen. Laut CheapCast-Entwickler Sebastian Mauer wird sich daran in naher Zukunft auch kaum etwas ändern.

Bis hierhin und nicht mehr weiter: Filme lassen sich über die CheapCast-Lösung nicht wiedergeben.

Nach der Auswahl des Cast-Servers müssen Sie die Wiedergabe recht zügig starten, sonst bricht das Streaming ab. Das Transformer-Tablet via CheapCast aus dem Stand-By zu wecken, gelang uns in den Tests nicht. Auf dem Client kann man zwar die Wiedergabe starten und das Cast-Gerät auswählen, auf dem Testgerät bleibt der Bildschirm jedoch dunkel und es gibt auch keine Audioausgabe. Mit dem Original-Dongle von Google gibt es keine solchen Probleme. In unseren Tests kam es zudem ab und zu zu einem Timeout und Verbindungsabbruch nach ein paar Minuten.

Fazit

CheapCast ist gratis und die App einmal auszuprobieren schadet nicht. Das Einsatzszenario ist aktuell noch recht eingeschränkt, was am mangelnden Support durch weitere Apps liegt. Wirklich interessant wird die App erst dann, wenn Sie auch das lokale Streaming unterstützt. Dann ergeben sich gleich auch viel mehr Einsatzszenarien, etwa um die Urlaubsvideos  und -Fotos anzuschauen oder beliebige andere Inhalte auf einem zweiten Display anzuzeigen.

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