Android OS verbraucht viel zu viel Akku: was tun?

31.05.2013 14:22

Wer sein Smartphone oft und intensiv nutzt, muss bei den meisten Modellen damit leben, dass der Akku nach 14 bis 18 Stunden leer ist. Doch was tun, wenn sich der Akku auch dann recht schnell entleert, wenn man das Handy gar nicht benutzt?

Die Akkulaufzeit ist für die meisten Android-Nutzer immer noch ein leidiges Thema, zumal sich seit Android 4.0 ein Bug im System befindet, der zusätzlich am Akku zehrt. Anstatt das System in den Ruhezustand zu versetzen, hält der Bug das Android-System stets am Laufen. Zwar mit der kleinstmöglichen CPU-Geschwindigkeit, aber das wirkt sich dennoch sehr stark auf den Akku aus. Je nach Gerät und Akku berichten Nutzer von 10 bis 20 Prozent Akkuverlust pro Stunde. Ein vollgeladenes Gerät muss somit spätestens nach 10 Stunden wieder an die Steckdose, auch wenn man gar nichts damit tut.

Ist mein Gerät vom Bug betroffen?

Nutzen Sie noch Android 2.3, dann können Sie an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören, da der Bug erst unter Android 4.0 und neuer auftritt. Bei älteren Android-Versionen erhöhen Sie die Akkulaufzeit je nach Nutzungsszenario mit bestimmten Tools, die unser Artikel zu den Akku-Verlängerungs-Apps zusammenfasst. Läuft Ihr Handy oder Tablet unter Android 4.0 oder neuer, dann werfen Sie jetzt am besten einen Blick in die Statistiken des Akkus. Sie finden diese in den Einstellungen unter Akku. Hier sollte üblicherweise das Display oder der Ruhezustand an erster Stelle stehen. Finden Sie hier hingegen einen Eintrag Android OS an erster Stelle, dann ist Ihr System betroffen. Bekannte vom Bug betroffene Geräte sind neben dem Samsung Galaxy S2 und Galaxy S3 auch das Galaxy Nexus, das Nexus 4 seit Android 4.2.2 und diverse Sony-Modelle. 

Vom Bug nicht betroffen sind laut unseren Recherchen Modelle von HTC, Huawei und ZTE.

Die linke Abbildung zeigt,wie sich der Akku verhalten sollte, wenn Sie das Handy nicht nutzen. Die Abbildung rechts zeigt das gleiche Handy aber mit aktivem Bug.

Abhilfe schaffen

Die gute Meldung zuerst: Es gibt eine Abhilfe, aber keine wirklich gute. Sie können einfach den bestehenden Google-Account bzw. die bestehenden Google Accounts auf dem Handy löschen, dann hören die Probleme auf. Diese Lösung haben wir in der Redaktion erfolgreich getestet. Damit fällt aber auch die ganze Synchronisation weg, was Sie üblicherweise nicht möchten. Geht es Ihnen aber einfach darum, zum Beispiel unterwegs noch genügend Akku zum Telefonieren zu haben, dann kann das eine Lösung sein.

Ebenfalls als gutes Mittel zur Eindämmung des Akku-Verbrauchs durch den Prozess Android OS hat sich ein Neustart erwiesen. In manchen Fällen kehrt das Handy dann wieder zur gewohnten Nutzung zurück. In anderen jedoch nicht.

Die eigentliche Ursache für das Leersaugen des Akkus ist bis aktuell nicht bekannt, das Problem hängt aber ziemlich sicher mit drei Faktoren zusammen:

  • Hintergundsynchronisation für Play Music
  • Hintergundsynchronisation für Google+ (Fotos)
  • Standortbestimmung via GPS

An den Apps alleine hängt es aber nicht, denn dann wären sämtliche Android-Geräte involviert. Der Bug tritt aber nur bei Samsung, Nexus-Modellen und Sony auf. Es muss also am (schlechten) Zusammenspiel dieser Apps und des Android-Kernels liegen.

Vor allem auf dem Nexus 4 ist der Zusammenhang des Bugs mit neuen Google-Features seit Android 4.2.2 offensichtlich. So bemerkten wir, dass Android OS stets dann an erster Stelle der Akkunutzung steht, wenn wir Fotos gemacht und diese via Google+ zur Sicherung hochgeladen hatten. Das Hochladen der neuen Bilder dauerte in diesem Fall auch stets deutlich länger als üblich. Auch das Musikhören via Play Music kann dazu beitragen, dass Android OS das Handy nicht mehr einschlafen lässt, auch wenn Sie Play Music schon längst beendet haben oder den Prozess von Hand abschießen. Im schlimmsten Fall steht hier nicht nur Android OS sondern auch der Mediaserver an erster Stelle, obwohl Sie gar keine Musik hören. Die ersten Bug-Reports traten am 12. Februar auf. Dann hat Google das Update auf Android 4.2.2 freigegeben. Dieser Zusammenhang (Nexus 4 + Android 4.2.2) ist also recht eindeutig.

Die meisten Nutzer berichten hingegen, dass schlicht das GPS-Modul am Problem schuld ist. Nutzen Sie das Galaxy Nexus oder das Nexus 4, dann wechseln Sie deshalb am besten in die Einstellungen zum Menüpunkt Standortzugriff und deaktivieren hier den Zugriff auf meinen Standort. Starten Sie das Handy anschließend neu und warten Sie, bis eine App Zugriff auf den Standort verlangt. Schalten Sie dann den Zugriff wieder ein. Üblicherweise hilft dieser Umweg ebenfalls, den Akku-Drain durch Android OS zu stoppen.

Versuchen Sie zuerst, den Standortzugriff vorübergehend auszuschalten. In den meisten Fällen ist das die Lösung.

Haben Sie eine Nicht-Google-App im Verdacht, für den hohen Akkuverbrauch verantwortlich zu sein, dann starten Sie das Handy am besten im Abgesicherten Modus neu. In diesem Modus kommen nur die Apps zum Einsatz, die auf dem Handy vorinstalliert waren. Um im abgesicherten Modus zu booten, halten sie den Finger auf der Ausschalten-Schaltfläche gedrückt, bis das Hinweisfenster für den abgesicherten Modus erscheint.

Im Abgesicherten Modus trat das Problem in unseren Tests nicht mehr auf.

Erfahrene Android-Nutzer, die ihr Gerät gerootet haben können auch einfach einen alternativen Kernel installieren. Zum Beispiel den Franco Kernel.

Helfen alle der hier vorgestellten Tricks nichts, dann kann es sich um ein Hardware-Problem oder einen defekten Akku handeln. Nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zum Hersteller auf. Hinweise für ein Hardware-Problem sind, wenn sich der Akku auch dann sehr schnell entleert, wenn Sie das Handy im Flugmodus haben. Laden Sie das Handy am Abend auf und starten Sie es neu. Schalten Sie es nach dem Neustart gleich in den Flugmodus und überprüfen Sie am nächsten Tag die Kapazität des Akkus. Über Nacht darf er sich um nicht mehr als 10 Prozent entladen haben, sonst stimmt etwas nicht.


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